
Welche Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen sind wirklich sinnvoll?
Die gute Nachricht zuerst: Du kannst selbst viel für Deine Herzgesundheit tun!
Gezielte Präventionsmaßnahmen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können selbst schwerwiegende kardiovaskuläre Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern.
Herzinfarkt und Schlaganfall sind weltweit führende Ursachen für Krankheit und Tod.
Wir erklären Dir, welche Präventionsmaßnahmen wirklich etwas bringen und welche Vorsorgeuntersuchungen Du wahrnehmen solltest.
Ein gesunder Lebensstil als Präventionsmaßnahme: Ernährung und Bewegung
Die Grundlage der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen liegt in einem gesunden Lebensstil. Dazu gehören – Du ahnst es vermutlich schon – gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Nüssen, Samen und Fisch) reduziert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich.
Achte zusätzlich darauf, möglichst wenig gesättigte Fette, Zucker und Salz zu Dir zu nehmen. Das heißt: Genieße Butter, Fleisch, Schokolade, Süßigkeiten und Wurst in Maßen.
Unterstützend solltest Du auf regelmäßige Bewegung achten, insbesondere, wenn Du im Berufsalltag viel sitzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche.
Durch diese Bewegungseinheiten kannst Du selbst dazu beitragen, Deinen Blutdruck zu senken, Dein Gewicht zu kontrollieren und Deine Herzgesundheit zu fördern.
So leicht kriegst Du mehr Bewegung in Deinen Alltag
Jeder Schritt zählt! Du musst keinen Marathon gewinnen, um Dich ausreichend zu bewegen.
Nimm die Treppe, nicht den Aufzug.
Lass Dein Auto stehen, wenn Du sonntags Lust auf frische Brötchen hast.
Spaziergänge, Jogging oder Fitnessübungen sind wichtig für Deinen Körper. Mach deshalb Termine mit Dir selbst und plane feste Zeiten für mehr Bewegung ein.
Hast Du Lust auf eine Challenge mit Dir selbst? Dann nutze den Schrittzähler Deiner Smartwatch als Motivation, jeden Woche ein paar Schritte mehr zu machen.
Das Beste daran ist: Deine Smartwatch dokumentiert in der Health-App Deine Schritte, so dass Du nach täglich nachvollziehen kannst, wie aktiv Du warst.
Außerdem kannst Du zum Beispiel einstellen, wie viele Schritte Du am Tag schaffen möchtest.
Dabei kommt es aber nicht auf die „berühmten“ 10.000 Schritte am Tag an.
Jeder Schritt ist wichtig und jeder Schritt mehr ist toll. Setz Dir realistische Ziele und steigere Dich mit Augenmaß.
Weniger Zigaretten und weniger Alkohol für mehr Herzgesundheit
Rauchen ist einer der größten Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Der Verzicht auf Tabakprodukte senkt Dein Risiko bereits nach wenigen Jahren erheblich.
Auch für die Rauchentwöhnung gilt: Setz Dir realistische, klare Ziele. Beginne damit, indem Du Dir einen ganz bestimmten Tag festlegst, an dem Du Deine letzte Zigarette rauchen wirst.
Trag ihn fest in Deinen Kalender ein. Räum Dir dafür eine gewisse Zeit ein, in der Du Dich mental darauf vorbereiten kannst.
Überlege Dir in dieser Zeit gesunde Alternativen für die Phasen, in denen der Drang zu rauchen besonders stark ist. Das können Atemübungen sein, kurze Sporteinheiten oder zuckerfreie Kaugummis.
Tausche Dich mit anderen Menschen aus. Erzähle von Deinen Erfahrungen und lasse Dir von den anderen berichten, wie sie mit der Rauchentwöhnung umgehen. Dafür kannst Du auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Gleiches gilt für den Alkoholkonsum: am besten gar keinen. Ein hoher Alkoholkonsum schädigt Dein Herz und erhöht Dein Risiko für Bluthochdruck.
Wenn Du nicht vollständig auf Alkohol verzichten möchtest, reduziere Deinen Konsum auf ein Minimum und trinke immer Wasser dazu.
Effektives Stressmanagement als Präventionsmaßnahme
Chronischer Stress kann Deinen Blutdruck erhöhen und zu ungesunden Bewältigungsstrategien wie übermäßigem Essen oder Alkoholkonsum führen.
Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können helfen, Stress zu reduzieren.
Auch regelmäßige, aktive sportliche Bewegung wie Joggen oder Fahrradfahren helfen Dir beim Stressabbau. Auch Spaziergänge an der frischen Luft sind Stresskiller.
Die drei wichtigsten Strategien, um Deinen Stress zu reduzieren
- Plane Dir jeden Tag ein paar Minuten für Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelrelaxation (Muskelentspannung, kurz PMR) ein.
- Sag auch mal Nein! Setze anderen gegenüber Grenzen, um Dich nicht zu überfordern. So schaffst Du Zeit und Raum für Dinge, die Dir gut tun.
- Nutze Deine Zeit für Dinge und Aktivitäten, die Dir Freude bereiten. Sport, Lesen, Waldspaziergänge – mach, was Dir gut tut.
Diese Vorsorgeuntersuchungen solltest Du kennen
Früherkennung rettet Leben. Regelmäßige medizinische Untersuchungen sind entscheidend, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern.
Zuallererst solltest Du mit Deiner Hausärztin oder Deinem Hausarzt über das wahrscheinlich bestehende Risiko sprechen.
Die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen umfassen:
♥ Blutdruckmessung: Hoher Blutdruck (Hypertonie) ist ein „stiller Killer“, da er oft keine Symptome verursacht, aber das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich erhöht. Eine jährliche Kontrolle wird empfohlen.
♥ Blutfettwerte: Ein hoher Cholesterinspiegel, insbesondere LDL-Cholesterin, trägt zur Bildung von Plaques in den Arterien bei. Regelmäßige Tests helfen, Risiken zu identifizieren und gegebenenfalls mit einer Ernährungsumstellung oder Medikamenten gegenzusteuern.
♥ Blutzuckerwerte: Diabetes ist ein bedeutender Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine jährliche Kontrolle, insbesondere für Menschen mit Risikofaktoren wie Übergewicht oder familiärer Vorbelastung, ist ratsam.
♥ Body-Mass-Index (BMI) und Bauchumfang: Übergewicht, insbesondere viszerales Fett im Bauchbereich, erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßige Gewichtskontrollen und Maßnahmen zur Gewichtsreduktion können helfen.
♥ Carotisdoppler: Diese Ultraschall-Untersuchung misst die Durchblutung der Halsschlagadern (Carotiden) und hilft, Verengungen durch Ablagerungen frühzeitig zu erkennen. Solche Verengungen können ein früher Hinweis auf eine Atherosklerose sein und das Risiko für Schlaganfälle erhöhen. Ein Carotisdoppler ist besonders sinnvoll bei Personen mit erhöhtem Risiko, wie Diabetes, Bluthochdruck, einer auffälligen Familiengeschichte im Hinblick auf Herz-und Kreislauferkrankungen, erhöhten Cholesterinwerten oder Rauchern.
♥ EKG (Elektrokardiogramm): Ein EKG kann frühzeitig Anzeichen von Herzrhythmusstörungen oder Durchblutungsstörungen aufdecken. Besonders bei Symptomen wie Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot oder Brustschmerzen sollte ein EKG durchgeführt werden.
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